Lichtenbergs Musik

Auch Herr Lichtenberg hörte im Zusammenhang mit den zahlreichen Flüchtlingen, die derzeit zu uns kommen viel von Krise, Chaos und den Mitarbeitern, die völlig überlastet am Rande ihrer Kräfte stünden.

Aufgrund seiner Gewohnheiten hörte er dies drei mal am Tag, was zu einer gewissen Reizüberflutung führte.

Bevor er sich nun eine abschließende Meinung bildete und da sich bei dieser Nachricht ja die Möglichkeit der eigenen Nachprüfung ergab, reiste er an einen Ort, wo viele hundert Flüchtlinge in einer zuvor leerstehenden Kaserne untergebracht wurden.

Die Mitarbeiter dieser Einrichtung stellten sich als ein junges, hilfsbereites und zielorientiertes Team heraus, die zweifelsfrei recht hohe Belastung ließen sie sich nicht anmerken.

Er sah viele Menschen, die ihre beengte Unterbringung mit stoischer Gelassenheit ertrugen, sah viele Kinder die miteinander spielten. Sich an Bilder ihrer zerbombten Heimat erinnernd freute er sich für jedes einzelne von ihnen.

"Nein", berichtete er nach seiner kleinen Reise, "ich will nicht behaupten dort sei alles eitel Sonnenschein, wie könnte auch alles reibungslos funktionieren, wo diese Unterkunft in so kurzer Zeit geschaffen wurde, aber zur Benutzung der Vokabel ´Chaos´ fühle ich mich in keinster Weise veranlasst!"

Dann erklärte er mir weiter: "Ich bin weit davon entfernt, die Presse schlecht zu machen und unterstreiche die Wichtigkeit von vernünftiger Information." dann ergänzte er: "Aber manchmal ist es zu viel! Manchmal muss man einfach ABSCHALTEN !"

Für jene, die nicht reden, sondern handeln.